Traditioneller Heavy Metal aus Deutschland erfreut sich nach wie vor großer Beliebtheit. Zu den jüngeren Vertretern dieser Spielart gehören Generation Steel aus Wetzlar, die seit ihrer Gründung im Jahr 2019 konsequent auf klassische Gitarrenriffs, kraftvolle Rhythmen und eingängige Refrains setzen. Nach „The Eagle Will Rise“ und „Lionheart“ präsentiert die Formation mit „Steelmachine“ ihr mittlerweile drittes Studioalbum. Allerdings hat sich personell einiges verändert. Mit dem ehemaligen Running-Wild- und Grave-Digger-Gitarristen Thilo Herrmann sowie dem schwedischen Sänger Mike Stark stehen Bandgründer Jack The Riffer erfahrene Musiker zur Seite. Auch Iron-Savior-Mastermind Piet Sielck ist als Produzent beteiligt. Das Ergebnis sind neun Kompositionen, die ihre Vorbilder keineswegs verleugnen, musikalisch allerdings nicht durchgehend überzeugen.
Klassischer Heavy Metal mit ordentlich Druck
Der eröffnende Titeltrack „Steelmachine“ macht unmissverständlich deutlich, wohin die musikalische Reise führt. Schwere Gitarrenriffs, ein markanter Rhythmus und die raue Stimme von Mike Stark erinnern stellenweise an Grave Digger. Besonders Thilo Herrmann überzeugt mit präziser Gitarrenarbeit und technisch anspruchsvollen Soli. Allerdings wirkt das Arrangement etwas überladen, wodurch die grundsätzlich gelungene Nummer nicht ihre volle Wirkung entfaltet. Wesentlich eingängiger präsentiert sich „Wings Of Fire“, dessen melodischer Refrain und kraftvolle Gitarrenarbeit unmittelbar überzeugen. Hier beweisen Generation Steel ein ausgezeichnetes Gespür für traditionelle Heavy-Metal-Hymnen.
Mit „Witches Cross“ ziehen die Musiker das Tempo an und liefern eine der stärkeren Kompositionen des Albums. Die abwechslungsreiche Gitarrenarbeit und der energische Gesang ergänzen sich hervorragend. Auch „The Priest“ besitzt eine düstere Grundstimmung und überzeugt durch seine aggressive Instrumentierung. Stark beweist dabei, dass er sowohl kraftvolle Mittellagen als auch höhere Tonlagen beherrscht, wenngleich sein Organ gelegentlich etwas eindimensional klingt. Das folgende „I Am The Storm“ setzt auf einen hymnischen Refrain, der besonders bei Konzerten funktionieren dürfte. Allerdings schleichen sich bereits hier gewisse Wiederholungen ein. Nicht jede musikalische Idee wird konsequent ausgearbeitet und manche Passagen erinnern verdächtig stark an längst bekannte Genreklassiker.
Starke Gitarrenarbeit trifft auf vertraute Songstrukturen
Mit „Fields Of Pain“ gewinnt die Scheibe wieder an Intensität. Schnelle Gitarrenläufe, treibende Drums und ein ordentliches Tempo sorgen für Bewegung. Dass Generation Steel ihre Instrumente beherrschen, steht ohnehin außer Frage. Bei „Rise Up“ erhält die Formation gesangliche Unterstützung von Piet Sielck, dessen markante Stimme dem kraftvollen Midtempo-Song zusätzliche Durchschlagskraft verleiht. Auch „New Frontiers“ gefällt durch interessante Tempowechsel und einen ansprechenden Refrain. Weniger überzeugend fällt hingegen das über achtminütige „Island Of Tragedy“ aus. Zwar besitzt das Stück durchaus epische Ansätze, kann seine beachtliche Spielzeit jedoch nicht vollständig rechtfertigen. Gerade hier wäre mehr Abwechslung wünschenswert gewesen.
Produzent Piet Sielck hat dem Album einen druckvollen, ausgesprochen gitarrenbetonten Klang verpasst. Bass und Schlagzeug bilden ein solides Fundament, während die Soli ausreichend Raum erhalten. Die Produktion ist zweifellos gelungen, allerdings hätte etwas mehr Mut zu ungewöhnlichen Arrangements dem Songwriting gutgetan. Generation Steel bewegen sich überwiegend auf vertrautem Terrain, ohne dabei eine wirklich unverwechselbare Handschrift zu entwickeln.
Unsere Wertung:
7,5 von 10 Metalhands!
Unser Fazit:
„Steelmachine“ ist ein ordentliches Heavy-Metal-Album, das vor allem durch seine versierten Musiker und eine kraftvolle Produktion überzeugt. Insbesondere Thilo Herrmann setzt mit seiner Gitarrenarbeit deutliche Akzente, während Mike Stark eine überwiegend überzeugende Gesangsleistung abliefert. Eingängige Refrains und einige gelungene Kompositionen stehen allerdings einem teilweise vorhersehbaren Songwriting gegenüber. Wer traditionellen deutschen Heavy Metal schätzt, dürfte an diesem Album dennoch seine Freude haben. Für eine höhere Bewertung fehlen allerdings die wirklich herausragenden Momente. 7,5 von 10 Metalhands!

Trackliste
- Steelmachine
- Wings Of Fire
- Witches Cross
- The Priest
- I Am The Storm
- Fields Of Pain
- Rise Up (feat. Piet Sielck)
- New Frontiers
- Island Of Tragedy
Credits
Interpret: Generation Steel
Titel: Steelmachine
Herkunft: Wetzlar, Deutschland
Format: Album | CD, Vinyl und digital
Veröffentlichung: 16. Oktober 2026
Spielzeit: 41:40 Minuten
Genre: Heavy Metal | Power Metal | Traditional Metal
Label: Fireflash Records
Produktion, Mix & Mastering: Piet Sielck
Besetzung: Mike Stark – Gesang | Thilo Herrmann – Leadgitarre | Jack The Riffer – Rhythmusgitarre | Fabian Watermann – Bass | Marc Laukel – Schlagzeug
Gastmusiker: Piet Sielck – Gesang bei „Rise Up“
Albumartwork: Gyula Havancsák
Mehr zu Generation Steel im Netz
Generation Steel – Die offizielle Webseite:
https://www.generation-steel.de/
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Steelmachine auf Spotify