Die Toten Hosen melden sich mit „Schlechte Nachbarn“ kompromisslos zurück. Die neue Single aus dem kommenden Studioalbum „Trink aus, wir müssen gehen!“ setzt auf kurze Zündschnur, hohes Tempo und jenen ruppigen Punkrock-Reflex, mit dem die Düsseldorfer seit Jahrzehnten zwischen Haltung, Kante und direkter Ansage operieren. Der dazugehörige Clip ist ab sofort online und zeigt die Band in einem Modus, der weniger erklärt als vorwärtsdrückt.
Punkrock mit kurzer Lunte
„Schlechte Nachbarn“ beginnt ohne langes Warmlaufen. Kuddel zählt an, die Band setzt ein, und schon nach wenigen Sekunden ist klar, dass Die Toten Hosen hier nicht den großen Spannungsbogen suchen, sondern den direkten Einschlag. Die Single läuft auf Anschlag, lebt von schnellem Schlagzeug, drängenden Gitarren und einer Struktur, die bewusst knapp gehalten ist. Das Stück erinnert in seiner Energie an jene Momente, in denen die Band ihren Punkrock nicht dekoriert, sondern schlicht durchzieht.
Am Schlagzeug treibt Vom Ritchie die Nummer mit enormem Druck nach vorne. Die Gitarren bleiben bissig, der Bass hält das Fundament eng zusammen, und Campino setzt seinen Gesang nicht als erzählerische Distanz ein, sondern als direkten Angriff. „Schlechte Nachbarn“ klingt dadurch wie ein Song, der keine Geduld für höfliche Zwischentöne hat. Hier geht es um Tempo, Haltung und eine klare Kante.
Kleinstadtidylle mit Rissen
Der Text von „Schlechte Nachbarn“ nimmt eine scheinbar geordnete Wohnsiedlung ins Visier. Auf den ersten Blick wirkt alles vertraut: Familienfest, gepflegte Vorgärten, Sicherheitsdenken, Nachbarschaftsrituale. Doch genau diese Normalität kippt im Song in etwas Bedrohliches. Die Toten Hosen zeigen eine Umgebung, in der man sich nach außen bürgerlich gibt, aber innerlich längst Grenzen zieht, Menschen sortiert und alles Fremde als Störung empfindet.
Der Begriff der schlechten Nachbarschaft wird dabei umgedreht. Nicht diejenigen, die nicht ins Bild passen, sind das eigentliche Problem, sondern jene, die sich hinter Ordnung, Besitz und vermeintlicher Gemeinschaft verschanzen. „Schlechte Nachbarn“ beschreibt ein Milieu, das sich selbst für normal hält, obwohl es sich längst gegen Offenheit, Vielfalt und Zusammenleben abgeschottet hat. Die Pointe sitzt gerade deshalb, weil der Song nicht mit abstrakten Parolen arbeitet, sondern mit Bildern aus dem Alltag.
Der Clip als Verstärker
Das Musikvideo zu „Schlechte Nachbarn“ übersetzt diese Spannung in eine entsprechend ruppige Bildsprache. Campino steht dabei besonders im Zentrum. Seine Bewegungen sind groß, fahrig, angespannt und fast dirigierend. Er kommentiert den Song nicht, sondern peitscht ihn voran. Genau dadurch erhält der Clip eine körperliche Energie, die gut zur kurzen, schnellen Anlage der Single passt.
Statt auf eine ausufernde Handlung zu setzen, konzentriert sich das Video auf Ausdruck, Tempo und Druck. Die Toten Hosen wirken darin nicht wie eine Band, die ihr Spätwerk verwaltet, sondern wie eine Gruppe, die für diesen Song noch einmal den Proberaum-Schweiß in die Kamera trägt. „Schlechte Nachbarn“ ist damit auch visuell eine klare Ansage: keine Schonhaltung, keine Nostalgiepolitur, keine Entschärfung.
Zweite Vorabnummer aus dem letzten regulären Studioalbum
„Schlechte Nachbarn“ ist die zweite Single aus dem kommenden Album „Trink aus, wir müssen gehen!“. Das neue Studioalbum von Die Toten Hosen erscheint am 29. Mai 2026 und umfasst insgesamt 16 neue Songs. Es ist der erste Longplayer mit neuem Material seit „Laune der Natur“ aus dem Jahr 2017.
Besonders markant ist der Kontext der Veröffentlichung: Fast 45 Jahre nach ihrer Gründung veröffentlichen Die Toten Hosen mit „Trink aus, wir müssen gehen!“ ihr letztes reguläres Studioalbum. Das Werk erscheint in verschiedenen physischen und digitalen Formaten, darunter eine limitierte Deluxe-Dreifach-Vinyl-Edition, eine Standard-Vinyl-Version sowie CD und digitale Varianten.
Bonusalbum mit befreundeten Stimmen
Ergänzt wird „Trink aus, wir müssen gehen!“ durch das Bonusalbum „Alles muss raus!“. Darauf widmen sich Die Toten Hosen gemeinsam mit verschiedenen Gastsängerinnen und Gastsängern ausgewählten Songs, die für die Band eine besondere Bedeutung besitzen. Insgesamt enthält das Bonusalbum 25 Coverversionen.
Für die Gestaltung des Covers wurde der deutsche Künstler Andreas Gursky gewonnen. Das Motiv basiert auf einem seiner bekannten Werke und wurde gemeinsam mit der Band für das Album neu interpretiert. Damit verbindet die Veröffentlichung nicht nur musikalisch, sondern auch visuell Rückblick, Gegenwart und Abschiedsgeste.
Tourdaten 2027 im Überblick
Parallel zur Veröffentlichung bleibt die Nachfrage nach Die Toten Hosen auf der Bühne enorm. Die Tourdaten für 2026 sind bereits ausverkauft. Für 2027 sind derzeit folgende Termine angekündigt:
12.06.27 Nürnberg – Max-Morlock-Stadion
17.06.27 Mannheim – Maimarktgelände
19.06.27 Bern – Stadion Wankdorf
23.06.27 Graz – Messe Graz – Open Air
26.06.27 Leipzig – Festwiese
03.07.27 Braunschweig – Eintracht-Stadion
07.07.27 Konstanz – Bodensee Stadion
10.07.27 Düsseldorf – Merkur Spiel-Arena – ausverkauft

Trackliste
- Intro
- Wir waren nie weg
- Die Show muss weitergehen
- Schlechte Nachbarn
- Lass mal nicht machen
- Was früher einmal war
- Nur nach vorn
- Keine Macht den Proben
- Was ist mit uns los
- Augen zu (es regnet Blumen)
- Schicksal
- Glück
- Ich will
- Düsseldorf
- Kein Blatt zwischen uns
- Trink aus
Credits
Interpret: Die Toten Hosen
Single: „Schlechte Nachbarn“
Album: „Trink aus, wir müssen gehen!“
Bonusalbum: „Alles muss raus!“
Herkunft: Düsseldorf, Deutschland
Format: Single | Musikvideo | Album-Vorabauszug
Album-VÖ: 29. Mai 2026
Genre: Deutschpunk | Punkrock | Deutschrock
Label: JKP Jochens Kleine Plattenfirma GmbH & Co. KG
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