Wer bei L.A. Project nach bloßem Vintage-Trip mit ein bisschen Fuzz auf der Gitarre sucht, liegt bei „Space Fuzz“ daneben. Diese EP klingt nicht nach gemütlicher Retro-Nabelschau, sondern nach schwerem Gerät, nach heißgelaufenen Röhren, staubiger Luft und Songs, die mit echtem Gewicht auf den Brustkorb drücken. L.A. Project nehmen den Stoner Rock hier nicht als modisches Accessoire, sondern als Klangkörper mit Substanz. Die vier Tracks sind kompakt, aber alles andere als leichtgewichtig. Was die EP so stark macht, ist ihr Gespür für Druck, Dynamik und Atmosphäre. Hier wird nicht einfach gerifft, hier wird gebaut, geschichtet und mit hörbarer Überzeugung abgeliefert.
Fuzz mit Fundament
Schon „My Faith“ macht unmissverständlich klar, dass L.A. Project auf „Space Fuzz“ nicht im Jamroom versacken. Der Opener marschiert im mittleren Tempo an, aber statt Behäbigkeit gibt es hier sofort Spannung. Die Bassgitarren liegen satt im Magen, die Gitarren ziehen breit und griffig durch den Raum, und das Arrangement zeigt früh, dass diese Band mehr kann als nur einen guten Ton aus dem Verstärker pressen. Breaks, kleine rhythmische Haken und sauber gesetzte Akzente halten den Song lebendig. Dazu kommt ein Gesang, der rau genug ist, um Dreck ins Bild zu bringen, aber melodisch genug bleibt, um dem Ganzen Kontur zu verleihen. Das Resultat ist ein Einstieg, der nicht nur drückt, sondern mit echter Substanz überzeugt.
Zwischen Schwere und Sogwirkung
„Vision On Space“ zieht das Tempo herunter und gewinnt genau dadurch an Größe. Der Song wirkt dunkler, tiefer und fast schon bedrohlich gelassen. Die Rhythmussektion arbeitet mit Nachdruck, der Bass hält alles im unteren Register festgezurrt, während die Gitarren mit schimmernden Effekten und einer leicht psychedelischen Schlagseite eine dichte Atmosphäre erzeugen. Das Entscheidende daran ist, dass L.A. Project dabei nie im diffusen Klangnebel verschwinden. Alles bleibt greifbar, alles hat Funktion. Gerade diese Kontrolle über das Sounddesign macht den Song so stark. „Vision On Space“ kriecht nicht einfach durch die Boxen, er zieht den Hörer mit ruhiger Konsequenz hinein.
Riffwucht mit Köpfchen
Den schwersten Schlag setzt „On My Way“. Hier stapeln L.A. Project nicht bloß Lautstärke, sondern eine massive Soundwand, die mit jedem Takt an Gewicht gewinnt. Die Drums treiben mit spürbarem Zug nach vorne, die Gitarren walzen nicht stumpf alles platt, sondern arbeiten mit Wendungen und sauber gesetzter Dramaturgie. Das ist der Punkt, an dem man merkt, dass diese EP nicht nur von Sound lebt, sondern von echter kompositorischer Disziplin. „On My Way“ ist heavy, keine Frage, aber eben nicht eindimensional. Der Song besitzt Struktur, Spannung und eine innere Bewegung, die ihn weit über genretypisches Riffbolzen hinaushebt.
Großes Finale ohne Kitsch
Zum Schluss fährt „Hate Love Or Not“ noch einmal ein anderes Besteck auf. Ein Hauch 70er-Bombast Rock schimmert durch das Arrangement, aber L.A. Project umgehen elegant jede Form von Patina-Kitsch. In den Strophen gehen die Gitarren leicht zurück, der Bass darf mehr Raum besetzen und schafft damit eine fast lauernde Ruhe, die den Song nur noch größer wirken lässt, sobald das Arrangement wieder aufzieht. Gerade dieses Wechselspiel aus Zurücknahme und Entladung macht den Reiz aus. „Hate Love Or Not“ klingt großspurig genug, um Eindruck zu machen, bleibt aber musikalisch kontrolliert und zwingt nichts mit Gewalt auf.
Unsere Wertung:
8 von 10 Metalhands!
Unser Fazit
„Space Fuzz“ ist eine EP, die sich keine Überlänge leisten muss, um Wirkung zu erzielen. L.A. Project bringen in vier Songs genug Gewicht, Atmosphäre und kompositorisches Können unter, um sich im dicht besetzten Feld zwischen Stoner Rock, Heavy Rock und metallischer Kante klar zu behaupten. Die Produktion ist druckvoll, das Songwriting fokussiert, und das Sounddesign hat genau den richtigen Grad an Schmutz, Tiefe und Präzision. Wer schwere Riffs, dicke Basslinien und Songs mit echtem Aufbau schätzt, bekommt hier eine Veröffentlichung serviert, die kurz, kompakt und verdammt wirkungsvoll ist.

Trackliste
- My Faith
- Vision on Space
- On My Way
- Hate Love or Not
Credits
Interpret: L.A. Project
Titel: Space Fuzz
Herkunft: Portugal
Format: EP
VÖ: 9. Februar 2026
Genre: Stoner Rock | Hard Rock | Heavy Rock
Label: Ditto
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