[Rock Of Ages 2016] Das habt ihr verpasst!

Chris Thompson auf dem Rock OF Age 2016 Chris Thompson auf dem Rock OF Age 2016 © 2016 by Alexander Stock

(AS) Bereits seit 2006 findet das vom Veranstalter des Metal-Festivals Bang Your Head ins Leben gerufen Rock Of Ages Festival in Seebronn bei Rottenburg am Neckar statt. Hier treten nicht Heavy Metal Gruppe wie Metallica oder Iron Maiden auf, in Seebronn geht es alles eine Spur ruhiger und gemütlicher zu, Rockmusik war angesagt. Am Eingang erwartet den Zuschauer ein kleiner Jahrmarkt, Merch-Geschäfte sind im hinteren Bereich angesiedelt, Hunger und Durst können in fast jedem Winkel des Areals gestillt werden. Bezahlt wird mit Gutscheinen welche vorher erworben werden mussten.

Die Pfandbecher konnten nur mit einem Chip zurück gegeben werden, was bei einigen Besuchern, besonders zu späterer Stunde nicht wirklich gut angekommen war. Das wichtigste beim Rock Of Ages Festivals sind neben den Zuschauern aber die Bands. Und hier waren alles was Rang und Namen dieses Jahr am Start, begonnen hat das Festival bei bestem Wetter mit der Graham Bonnet Band. Der ehemalige Shouter von der Michael Schenker Group oder Rainbow startete das Festival mit Songs wie "Eyes of the World", "Dancer" oder dem Übersong "Since You Been Gone".

Da UFO nicht an den Start gehen konnte (Sänger Phil Mogg muss sich einer Leisten-OP unterziehen) konnten die anderen Bands den Auftritt ein wenig länger gestalten, so dann auch der kanadische Dauerbrenner Saga. Gleich am Anfang sorgten sie mit dem Kracher "Don't Be Late (Chapter 2)" für beste Stimmung bei den ca 4,500 Zuschauern. Es folgten im weiteren Verlauf alle Hits wie "On The Loose", "Wind Him Up", "Humble Stance" oder "Careful Where You Step". Als Zugaben folgen die Songs "On The Flyer" und "Book Of Lies".

Nach kurzer Umbaupause folgt der aus Bochum stammende Ausnahmegitarrist Axel Rudi Pell mit seiner Band der Extraklasse (Johnny Gioeli am Mikro, Volker Krawczak am Bass, Ferdy Doernberg an den Keys und Bobby Rondinelli welcher bereits bei Rainbow oder Black Sabbath an der Schießbude gesessen hatte). Begonnen wurde das Set mit "Fire" vom neuen Album "Game Of Sins". Im weiteren Verlauf interpretierte ein gut aufgelegter Johnny Gioeli Songs wie "Fool Fool", "Mystica" oder die Medleys "Nasty Reputation / Strong as a Rock" oder "Edge of the World / Call Her Princess".

Abgeschlossen wurde mit "Rock The Nation". Nach zirka 30 Minuten folgten - als Headliner des ersten Tages - die Mittelalterrocker von In Extremo. In gewohnter Personalstärke und Instrumenten (u.a. Dudelsack oder Schalmei) spielten sie Songs vom neuen Album ("Quid Pro Quo") wie "Störtebeker", "Quid Pro Quo" oder "Sternhagelvoll". Dazu dann die größten Hits vom Schlage "Nur Ihr Allein" "Küss Mich"; "Spielmannsfluch" oder "Liam". Den zweiten Festivaltag beginnen die Norddeutschen Cucumber gefolgt von Backslash und den Urgesteinen Lucifers Freind (gegründet 1970).

Erstes Highlight für die Anwesenden war der Auftritt der Achtziger Rockhelden von Treat. Die Engländer spielten einen sehr guten und engagierten Auftritt, besonders gefeiert wurde natürlich der erste Megahit der Gruppe "World of Promises". Die folgenden 2:15 Stunden (incl. Umbaupausen) gehörten zwei Urgesteinen der Rockmusik! Begonnen wurde mit Christopher Hamlet "Chris" Thompson, seines Zeichen Stimme der allergrößten Hits der Manfred Mann’s Earth Band. Dass Chris Thompson noch lange nicht zum alten Eisen gehört (Jahrgang 1947) zeigte er bei Hits wie "Davy's on the Road Again", "For You" oder dem Überhit "Blinded by the Light".

Es folgte Ken Hensley mit seiner Band Our Propaganda (alle Mitglieder der Band könnten vom Alter her seine Enkel sein) und- natürlich  - ohne Ende Uriah Heep Klassiker im Gepäck. Das Singen überließ er bis auf eine Ausnahme einem seiner Enkel, und dieser hat seinen Job richtig Klasse gemacht, Songs wie "Gypsy", "Easy Livin'", "The Wizard" oder "Tales" sind richtig gut beim Publikum angekommen. Einzige Ausnahme war - natürlich - "Lady In Black"! Für diesen Song verließ er sogar seinen Platz an der Orgel, schnallte sich die Akustik-Gitarre um und legte los wie in den guten Siebzigern.

Klasse kann man nicht lernen, die hat man! Nach diesem Ritt in die Vergangenheit, enterten die Erfinder des Melodic-Rock aus England - Magnum - die Bühne. Tony Clarcin, Bob Catley und Kollegen spielten ein tolles Set mit einem gesunden Mix aus Altem und Neuen, so startete man mit "Soldier Of The Line" in der Vergangenheit, brachten Songs aus ihrem bekanntesten Album wie "On A Storyteller’s Night" oder "All England's Eyes" aber auch Songs vom neuen Album mit  "Crazy Old Mothers". Abgeschlossen wurde mit den Zugaben "The Spirit" und "Kingdom of Madness".

Nach kurzer Umbauphase erklommen die amerikanischen Kult-Rocker von Blue Öyster Cult die Bühne und spielten ebenfalls ein umjubeltes Konzert mit Songs wie "This Ain't The Summer Of Love", "Harvest Moon", "Then Came The Last Days Of May" oder "Godzilla". Als Zugabe boten die Mannen um Sänger und Gründungsmitglied Eric Bloom den Hit "(Don't Fear) The Reaper". Beendet wurde Tag zwei des Festivals von Niemand geringerem als Tobias Sammet mit seinem Projekt Avantasia.

Die Band, welche sich seit geraumer Zeit mit dem Top2 Album "Ghostlights auf Tour befindet, startete auch beim Rock Of Ages mit der ersten Single "Mystery Of A Blood Red Rose", gefolgt von "Invoke The Machine" und "Ghostlights". So richtig rund lief der Motor anfangs aber noch nicht, mehrfach beschwerte sich Mr. Sammet bei den Technikern. Auch war es schade, dass mit Amanda Summerville und Jørn Lande zwei vom Stammpersonal fehlten. Es war trotz allem wieder ein toller Gig der Gruppe, was auch an den hervorragenden Gast-Sängern Michael Kiske, Bob Catley (Magnum), Ronnie Atkins (Pretty Maids) oder Eric Martin (Mr. Big) lag.

Und natürlich an den Songs wie "The Scarecrow", "Dying For An Angel" oder den 20 Minuten langem "Let the Storm Descend Upon You". Beendet wurde Tag zwei dann mit dem Song "Sign Of The Cross / The Seven Angels". Tag drei stand dann unter dem Zeichen "Pleiten, Pech und Pannen". War das Wetter am Freitag und am Sonnabend noch warm und sonnig, regnete es am Sonntag im Prinzip den ganzen Tag. Aus diesem Grund ist der eigentlich immer besucherstärkste Tag (Familientag) nicht wirklich komplett ausgebucht, es ist im Gegensatz zu den letzten Jahren doch recht leer auf dem weiten Gelände.

Das mit dem Wetter ist schon schade gewesen, noch viel schlimmer für die anwesenden Fans war aber der Ausfall von Kim Wilde, Aufgrund eines Unfalls am Stuttgarter Flughafen wurden alle weiteren Flüge gestrichen, so auch der von dem sympathischen Engländerin. Los ging es mit der aus Hannover stammenden Rockformation Fargo, gefolgt von der Spaß-Combo schlechthin, der Ersten Allgemeinen Verunsicherung. Das die Spaßvögel, die ihre größten Erfolge in den achtziger Jahren feiern konnten, immer noch ihr Handwerk verstehen und gute Laune versprühen können, bewiesen die Österreicher gleich am Anfang mit "Neandertal" und dem ersten Megahit "Ba-Ba-Banküberfall".

In der Folge gab es einen schönen Querschnitt durch knapp 40 Jahre Bandgeschichte (gegründet 1977), unter anderem mit "Geld oder Leben" oder "Heiße Nächte in Palermo". Beendet wurde der Auftritt mit einem Dreierpack der Extraklasse "Küss die Hand schöne Frau", "Märchenprinz" und "Fata Morgana". Nach diesem humoristischen Feuerwerk der EAV stand als nächstes amtlicher Rock auf dem Festival-Plan, Slade gaben sich die Ehre. Nicht mehr ganz in Original-Besetzung (Dave Hill und Don Powell sind seit 1964 am Start) aber immer noch sehr gut in Form, präsentierten die Briten einen Best-Of Auftritt einen richtig guten Auftritt mit Hits wie "Everyday", "Far Far Away", "Mama Weer All Crazee Now" oder "Cum On Feel the Noize".

Und dann war es - früher als erwartet - Zeit für den Headliner des letzen Tages, Barclay James Harvest feat. Les Holroyd. Und das Les Holroyd mit seiner Band ein würdiger Headliner ist, zeigt ein kurzer Blick auf die Setlist des Briten, Songs wie "Child Of The Universe", "Mockingbird" aber gerade "Hymn" sind Songs für die Ewigkeit. Es war - wie immer - ein richtig tolles Festival, die Rock-Veteranen, und das soll wirklich nicht negative gemeint sein -  zeigten alle, dass sie noch lange nicht zum alten Eisen gehören. Pech hatten die Veranstalter mit dem Wetter am Abschluss-Tag, aber da kann  ausschließlich Petrus etwas für! Freuen wir uns schon jetzt auf die kommende Auflage im Jahr 2017.

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