[Rockavaria 2016] Iggy Pop im Münchner Olympiastadion

Iggy Pop auf dem Rockavaria 2016 Iggy Pop auf dem Rockavaria 2016 Livephoto © by Alexander Stock
05 Jul
2016

Sonnabend, 28. Mai 2016, es ist Zeit für eine lebende Legende! James Newell "Jim" Osterberg, besser bekannt als Iggy Pop, betritt die große Bühne des Münchener Olympiastadions. Zirka 30.000 Zeitzeugen wollen sich das Spektakel nicht entgehen lassen, vorab, sie wurden nicht enttäuscht! Es grenzt an ein Wunder, dass der 1947 in Muskegon, Michigan geborene US-Amerikaner noch so agil auf der Bühne steht (zog sich in den siebziger Jahren so ziemlich alles an Drogen rein, was es auf dem Markt so gab). OK - sein Gang ist nicht wirklich rund, wenn er aber wie ein Rumpelstilzchen auf der Bühne hin und her springt, merkt man ihm die Beschwerden und seine 70 Lenzen nicht an.

Kurz zu dem Interpreten: Iggy begann seine musikalische Laufbahn 1962 als Schlagzeuger bei den Iguanas, davon leitet sich auch sein Spitzname "Iggy" ab. Dann gründete er 1967 mit Ron Asheton (Ex-The-Chosen-Few, Gitarre) und Scott "Rock Action" Asheton (Schlagzeug) sowie Dave Alexander (Bassgitarre), beeinflusst von Ravi Shankar und The Mothers of Invention, The Psychedelic Stooges. Iggy Pop trat als Sänger zumeist mit nacktem Oberkörper auf und spielte eine elektrisch verstärkte Ukulele.

Der Gruppenname wurde 1968 in "The Stooges" abgeändert. Die Band löste sich im Jahre 1974 aber wieder auf, nach dieser Phase arbeitete er mit seinem Mentor, David Bowie, sehr erfolgreich zusammen (unter anderem bei dem Album "Lust For Life", wo Iggy‘s Überhit "The Passenger" drauf enthalten ist). Mitte der Achtziger dann sein Comeback mit dem Album "BlahBlahBlah" gefolgt von zahlreichen weitere Alben, zusätzlich ist er noch als Schauspieler in zahlreichen Filmen aktiv gewesen (The Crow - Die Rache der Krähe, Coffee and Cigarettes).

So - nun aber zum Gig in München welcher mit zwei Songs aus seiner Strokes Zeit begann, "No Fun" und "I Wann Be Your Dog". Nach diesen zwei Songs staunte dann das gesamte Stadion, denn …. Die meisten Konzerte sind von der Setlist so aufgebaut, dass die größten Erfolge gen Ende eines Gigs gespielt werden, nicht so bei Mr. Pop, bereits an dritter Stelle folgt der Übersong "The Passenger", gefühlt eine Viertelstunde lang. Damit nicht genug, reichte er mit "Lust For Life" gleich den nächsten Mega-Kracher hinterher, das Stadion war am toben.

Zudem bediente Iggy Pop als Entertainer alle seine Klischees, kurz nach Beginn flog seine schwarze Lederjacke im hohen Bogen in die Ecke, fortan wirbelte er mit nacktem, immer noch durchtrainierten Oberkörper über die Bühne, zeigte sich volksnah, kam von der Bühne gesprungen und reicht der ersten Reihe die Hand.

Zwischendurch wird Iggys Superhit aus den achtziger "Real Wild Child (Wild One)" tausendfach mitgesungen, aber auch die anderen Songs wie "Sixteen", "1969" oder "Search and Destroy" werden mächtig gefeiert. Da die "eigentlichen" Songs für den Zugaben-Block schon gespielt wurden, füllt Iggy diesen mit Songs von seinem neuen, gemeinsam mit Josh Homme aufgenommenen Album "Post Pop Depression".

Der mittlerweile 69-jährige Godfather of Punk zieht noch einmal alle Register und schafft es tatsächlich noch einmal die Regeln zu brechen. Er spielt länger als vereinbart und musste vom Tontechnik ausgebremst werden, der den Sound um 23 Uhr wie vereinbart runterfährt. Für Iggy Pops Band und dem Meister aber lange kein Grund, das Geschehen so mir nichts dir nichts zu verlassen, vielmehr tänzelt der barbusige Rocker noch einmal - wie in einem Stummfilm - über die Bühne, und zelebriert ein letztes Mal seine bekannten Posen.

Ob es ein letztes Mal war, wird sich zeigen, viele hoffen nicht, denn diese Klasse wie Mr. James Newell "Jim" Osterberg haben nicht viele. Und die, die sie haben, werden immer weniger, denken wir in diesem Fall noch einmal ehrfurchtsvoll an die Herren Lemmy Kilmister und David Bowie!

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