[Rockharz 2016] Festival Tag 3 und 4

Fans Atmo bei Gloryhammer Fans Atmo bei Gloryhammer Livebild by Alexander Stock
18 Aug
2016

Der dritte Tag beginnt wieder mit trockenem Wetter und den Gruppen: And Then She Came, Dust Bolt, den Newcomern Twilight Force, Suicidal Angels, Kampfar, Nitrogods, Der Weg Einer Freiheit, Coppelius aus Berlin, die Dinos der Rockmusik AXXIS, gefolgt von Primordial, Kärbholz und den norwegischen Metallern von Satyricon. Dann war es Zeit für die Spaßrocker von Knorkator … und wie ernst es auf deren Konzerten zugeht, sieht man bereits am Outfit der Band. Schrill und bunt. Die 1994 gegründete Berliner Rockband um Sänger "Stumpen" (Gero Ivers) und Keyboarder "Alf Ator" (Alexander Thomas) boten jedoch nicht nur Klamauk auf der Bühne (den aber reichlich) sondern auch richtig gute Musik, begeisterten das mittlerweile gut gefüllte Gelände unter anderem mit "Böse", "Franz Hose", "Ich Hasse Musik", "Ma Baker" oder dem Rausschmeißer "Zähneputzen, Pullern und ab ins Bett".

Gut eingestimmt auf deutsches Liedgut ging es dann auf der anderen Bühne mit der Mittelalter-Rockgruppe Saltatio Mortis weiter. Gegründet im Milleniumjahr sind sie mittlerweile eine feste Größe des Genres und heizten den Harz in diesem Jahr ordentlich ein. Die Gruppe um "Alea der Bescheidene" (Jörg Roth) ist schon aufgrund der hohen Anzahl der Bandmitglieder ein Hingucker, füllen sie die große Bühne ohne größere Probleme sehr gut aus, dazu kommt noch die recht imponierende Feuershow. Aber auch musikalisch wissen sie zu überzeugen, bei Songs wie dem Opener "Wo sind die Clowns?" oder den folgenden "Prometheus", "Früher war alles besser", "Satans Fall" oder "Rattenfänger". Beendet wurde der Gig mit den beiden Top-Songs "Eulenspiegel" und "Spielmannsschwur" vom 2007er Album "Aus der Asche". Dann war es Zeit für den Headliner, obwohl dieser eigentlich von der musikalischen Ausrichtung so gar nicht zum diesjährigen Line-Up passt: Tobias Sammet’s Avantasia.

Mit dem erfolgreichsten Album ihrer Karriere machten sie nach diversen anderen Auftritten nun auch beim Harzrock halt und begannen mit ihren deutschen Grand-Prix-Song "Mystery of a Blood Red Rose". Es folge vom "Mysterie Of Time" Album "Invoke The Machine" featuring Pretty Maids Sänger Ronnie Atkins. Auch im Harz hatte Tobi wieder seine ganze Mannschaft am Start, als Gastsänger der viel umjubelte Michael Kiske, Jørn Lande, Bob "The Voice" Catley, Eric Martin (von Mr. Big) und bereits benannter Ronnie Atkans. Aus seiner Band fehlte einzig Herbie Langhans welcher an diesem Tag heiratete. Es war - mal wieder - ein grandioser Auftritt vom Projekt Avantasia, inklusive symphytische Spielfehler vom Keyboarder Michael "Miro" Rodenberg und kurzzeitiger Vernichtung der Elektrik vom Gitarristen Oliver Hartmann durch den Mastermind himself Tobias Sammet.

"Wir sind hier ohne große Erwartungen hergekommen, auch weil wir der Meinung waren, musikalisch nicht unbedingt reinzupassen, es ist ja eher ein Heavy Metal Festival".

Das sie dennoch gefeiert wurden lag auch unter anderem an der Titelauswahl welche alle Alben abdeckte, so unter anderem die Songs "Avantasia", "The Great Mystery", "The Scarecrow" oder "Dying for an Angel". Den Hauptteil beendete das längste Stück aus der Historie der Gruppe "Let the Storm Descend Upon You" vom aktuellen Album, hier zeigten noch einmal die meisten Akteure ihr können. Als Zugabe folgte der größte und zugleich einzige Single-Hit "Lost In Space" gefolgt von "Sign of the Cross / The Seven Angels" wo die Bühne dann gerammelt voller Künstler war. Abgeschlossen wurde Tag drei von den italienischen Technical-Death-Metallern von Fleshgod Apocalypse! Und dann war auch schon Samstag, der letzte Tag des diesjährigen Rockharz-Festivals, und die Kondition schien bei vielen der anwesenden Metalheads ein wenig zu schwinden, bei Opener Rockdevilz fanden sich gegen 11:20 Uhr vielleicht 200 Zuschauer ein, zum Schluss mögen es vielleicht 100 mehr gewesen sein.

Weiter geht es mit der finnische Thrash-Metal-Band Lost Society, den deutschen Powermetallern Winterstorm, Harpyie aus Bad Oeynhausen, den Koblenzern von Heldmaschine, den finnischen Melodic Death Metallern von Omnium Gatherum und den Trash-Ikonen von Tankard. Dann war Zeit für Power-Partymetal der Gruppe Gloryhammer. Den Stil der Gruppe um den Schweizer Sänger Thomas Laszlo Winkler kann man am besten als Mix zwischen Sabaton, Hammerfall und Freedom Call beschreiben. Kurz vor dem Auftritt des Quintetts schallte es aus allen Ecken des Geländes "Hoots", dem Schlachtruf der Gruppe. Diese erschien dann einige Sekunden später um mit "Rise of the Chaos Wizards" vom aktuellen Album "Space 1992: Rise Of The Chaos Wizards". So beschwingt die Gruppe anfängt, so geht es im Prinzip die ganze Stunde weiter, Happy-Metal wie die Fans von genannten Gruppen es lieben.

Beim Song "Legend of the Astral Hammer" erscheint Sänger Thomas Winkler dann in bester Hammerfall Manier mit einem besagten Hammer auf der Bühne und bringt damit die Menge zum Rasen, desweiteren trugen Songs wie "Questlords of Inverness", "Ride To The Galactic Fortress!", "Angus McFife", "Universe On Fire" oder das abschließende "The Unicorn Invasion Of Dundee" sowie das Trinkduell zwischen Bassist James Cartwright und Keyboarder Christopher Bowes dazu bei, die Stimmung bis zum Ende am oberen Level zu halten. Musik ganz anderer Art kommt danach von der Gruppe Hämatom, Trash-Metal mit deutschen Texten. Inhaltlich mit ernsten Hintergründen (u.a. der Titel "Wer hat Angst" thematisiert die Fälle von Kindesmissbrauch) lassen die Bayern das Publikum mehr als 10 Minuten warten, beginnen dann mit "Made in Germany" ihren Gig. Vor der Stage ist es rappelvoll, vielen ging nach einiger Zeit aber die Fäkalsprache der Gruppe gründlich gegen den Strich, sodass einige sich schon zur Mitte des Konzertes sich wieder zur anderen Bühnenseite bewegten.

Beendet wurde das Set mit "Alte Liebe rostet nicht" und "Leck Mich!". Und wieder ändert sich der Stil, es ist Zeit für die Finnen von Fintrol. Sie kombinieren in ihrer Musik Metal-Klänge, vorwiegend aus den Bereichen des Black und Death Metal mit traditionellen Instrumenten und Klängen, vor allem dem sogenannten Humppa. Des Weiteren singen sie ihre Texte auf Schwedisch, was bei einigen im Feld für doch einige Verwunderung sorgt. Da sie aber von Hauptteil vor der Bühne mit "Finntroll" Sprechchören empfangen wurden, sorgten sie mit Songs wie "Människopesten", "Slaget Vid Blodsälv" und vor allem" Mordminnen" gleich für beste Stimmung. Als Rausschmeißer wählte das Sextett dann das von vielen sehnsüchtig erwartete "Trollhammaren". Diese nun gute Stimmung gilt es für die finnischen Landsleute von Ensiferum zu ihren Gunsten zu nutzen, und dieses taten sie famos.

Die Festival-Erprobten Musiker startete wie bei den anderen Festivals auch mit "Axe of Judgement" vom aktuellen Album "One Man Army". Ins Auge fielen auch bei diesem Auftritt der Bassist Sami Hinkka und die hübsche Netta Skog am Akkordeon, musikalisch sprang der Funke von Beginn an über, die Fans waren begeistert! Mit "In My Sword I Trust" und "Iron" beendeten die Finnen einen wieder mal starken Auftritt und überließen SONATA ARCTICA das Beschallen der Massen. Die ebenfalls aus Finnland stammenden Power-Metaller überzeugten durch Spielfreude und einer herausragenden Stimme von Shouter Tony Kakko. Zur Freude vieler growlte dieser auch ab und an, was den Stücken dann einen speziellen Kick verleite. Den Stilbruch der Gruppe vor einigen Jahren haben die Fans längst verziehen, es wird bei Songs wie "My Land", "Tallulah", "I Have a Right" oder dem Rausschmeißer "Don't Say a Word" brünstig mitgesungen.

Es folgt eine Gruppe aus … na klar … Finnland. Die Metaller von Children Of Boddom geben sich im Harz die Ehre, die über die letzten Jahre wohl erfolgreichsten finnischen Melodic-Death-Band sorgten dafür, dass das Infield prall gefüllt ist- was aber auch kein Wunder ist, schließlich dürfte die Kombination aus harten Riffs und Keyboardmelodien extrem viele Besucher des Rockharz Open Air begeistern. Und so war es dann auch, Songs wie "Follow the Reaper", "Hate Me!" oder "Needled 24/7" werden extrem abgefeiert … Es folgt dann musikalisch gesehen ein Kontrastprogramm zu den verschiedenen Metal-Richtungen, die bis zum Abend gespielt wurde, mit Subway To Sally hielt der mittelalter-Rock Einzug, es folgten Songs von Schlage "Mephisto", "Henkersbraut" oder "Veitstanz" sorgten für ausgelassenen Stimmung beim den Fans im komplett besetztem Gelände. Sänger Eric Fish und seine Gefährten musizieren aber nicht nur prächtig, auch die Show mit Licht - und Pyrotechnik sorgte für ein visuelles Erlebnis.

Als besonderes Highlight muss man die Zugabe "Julia und die Räuber" erwähnen, bei der sogar Frontmann Eric Fish den Dudelsack bearbeitet. Und dann war es Zeit für die Metal-Messe, Zeit für die Wölfe. Vor der rechten Bühne versammelten sich schon zeitig die geschminkten Hard-Core-Fans um ihre Idole aus der Nähe beobachten zu können. Das Licht erlosch und die Brüder Greywolf, Sänger Atilla, der Wolf an der Orgel Falk Maria Schlegel und Schlagzeuger Roel van Helden betraten die Bühne und starteten mit "Blessed & Possessed" vom aktuellen Album. Es folgt mit "Coleus Sanctus" ein weiterer absoluter Live-Knaller, genau wie "Army of the Night" oder "Let There Be Night". Die Männer um Atilla wissen seit einigen Jahren, wie gute Live-Konzerte funktionieren, und mit diesem Wissen zelebrieren sie auch im Harz sehr gekonnt und überzeugend ihre Metal-Messe (in diesen Tagen auch auf DVD zu bekommen). Abgerundet wurde der Gig dann mit "Kreuzfeuer", natürlich mit "We Drink Your Blood" und final mit "Lupus Die", ganz großes Tennis der deutschen Power-Metaller.

Weit nach Mitternacht erklommen dann Tanzwut mit Sänger Teufel die Bühne um den extrem vielen Anhängern noch einmal richtig "den Marsch zu blasen". Mittel-Alter-Rock vom allerfeinsten, die Fans waren richtig heiß auf die eigenwilligen Mittelalter-Rocker, auch wenn der Abend schon fortgeschritten war. "Brot Und Spiele" war der Startschuss für einen fulminanten Auftritt, welcher - im Gegensatz zum Vorjahr - nicht von der streikenden Technik beendet wurde. Es folgte einer der größten Hits der Band mit "Ihr Wolltet Spaß", danach unter anderem "Freitag der 13." Vom letzten gleichnamigen Album. Sänger Teufel dirigierte gekonnt die Massen, dazu die glänzend eingespielte Band, viel schief gehen kann da nichts. Dann - sozusagen als Bonbon - unterstützte noch mit Liv Kristine an diesem Tag eine äußerst ausdrucksstarke Sängerin die Gruppe und performte dann zusammen die neue Single "Stille Wasser".

Zu erwähnen ist noch, dass die energiereiche Show noch durch zahlreiche Feuerelemente angereichert wurde, es war musikalisch und visuell ein Fest. Beendet wurde das Festival dann von der Bremer Folk-Band Fersengold. Zu später Stunde (1 Uhr Nachts) sind immer noch viele Zuschauer auf dem Feld um den bierseligen Mittelalter Rock der Hansestädter zu frönen. Diese hielten dann mit Songs wie "Versengold", "Wem? Uns!" oder "Paules Beichtgang" die Stimmung aufrecht. Kurz vor 2 Uhr Nachts fiel dann der letzte Vorhang für das diesjährige Rockharz-Festival, welches ein voller Erfolg gewesen war. Volles Haus, diverse musikalische Richtungen, richtig freundliche Helfer und - Last but not Least - einen freundlich gestimmter Wettergott Petrus machten das Rockharz 2016 zu einem absoluten Erlebnis! Und da für 2017 mit In Extremo, Mono Inc,, Death Angel oder Arch Enemy bereits Hochkaräter bestätigt sind ist nach dem Festival vor dem Festival …

Gallerien:

Avantasia

Children Of Bodom

Gloryhammer

Knorkator

Powerwolf

Saltatio Mortis

Sonata Arctica

Subway To Sally

Tanzwut

Schlagwörter

Kannst du auch solch einen Artikel verfassen? Dann bewerbe Dich jetzt und werde noch heute Author auf Metal-FM.com. Hier geht es zum Formular


Alexander Stock

Contact Details:

  • Wohnort:
    Hamburg
  • Land:
    Germany

Social Profiles

E-Mail:

Schreibe einen Kommentar

Achten Sie darauf, die erforderlichen Informationen einzugeben (mit Stern * gekennzeichnet).
HTML-Code ist nicht erlaubt.

Reviews

  • [Review] Concrete Eden - Left
    [Review] Concrete Eden - Left Hin und wieder bekommt man Scheiben geschickt die einem das absolute Grauen hervorrufen, schlecht produziert, kein Zusammenspiel usw.! Dann aber gibt es Self Released Alben, die den Großen keineswegs nachstehen, aber es gibt auch die kleinen Bands wie Concrete Eden!
    Schreiben Sie den ersten Kommentar! weiterlesen...
  • Seelensucher - ein Hörbuch von Christian Fink
    Seelensucher - ein Hörbuch von Christian Fink Christian Fink ist eher bekannt als Christian Nachtsucher, Sänger der Band Nachtsucher. Ich habe mir heute das Hörbuch “Seelensucher” von Christian angehört und muss sagen, es fesselt einen so stark, dass man es bis zum Schluss weiter hören muss! Christian hat ja beim Singen schon eine klasse Stimme, aber als Sprecher eines Hörbuches welches er auch selber geschrieben hat ist einfach nur geil. Die Hintergrundmusik von Nachtsucher passt auch sehr gut dazu.
    Schreiben Sie den ersten Kommentar! weiterlesen...
Mehr Metal-, Rock- und Gothic Reviews

Jetzt an den Gewinnspielen und Verlosungen von Metal-FM.com Teilnehmen!!

Netzwerk

freizeitradio 88x31 Das Metal-Newsportal: + + + Die aktuellsten News aus der Szene auf einen Blick + + + stndlich aktualisiert + + + Auch als RSS-Feed abonnierbar + + + Bloggerei.de Poisonous Sounds Verticals Plagiate dieser Website werden automatisiert erfasst und verfolgt. Karl – Heinz Schultze

© 2013 - 2017 by KHS Media & Rundfunk Production & Metal-FM.com. Alle Rechte vorbehalten.

 

Durch Ihre Zustimmung zum Einsatz von Cookies können Sie Ihr Nutzererlebnis dieser Website verbessern!