[Review] Totenheer - Wüetisheer (2014)

[Review] Totenheer - Wüetisheer (2014)
03 Mär
2014

Totenheer. Fünf grimmig posende Herren, mit Leichenschminke, Camouflage und Nieten und allem und so. Fürs Optische gibt's schonmal keine props. "Wüetisheer" ist jedenfalls Debüt und Album zugleich. Schwarzmetall, lyrisch eingefärbt mit Mythen aus dem Umkreis Bern. Mal schauen was das gibt...

Unverkennbar bodenständig wurschtelt das Quintett die acht Songs dahin. Tatsächlich werden die Instrumente solide beherrscht und eingebracht, eine vordergründige Rolle scheint dabei (auch vom Mixing her) das Schlagzeug zu spielen, das stellt der Hörer schnell fest.

Die Gitarren liefern nette Riffs, die so gar nicht viel gemeinsam haben wollen mit den norwegischen Wurzeln des Genres (ausser vielleicht ganz entfernt mit den Interpretationen Taakes). Was ich gut finde! Vielmehr bedient man sich eher Mustern des Thrash Metal und peppt diese schwarzkünstern auf. Die Tracks sind stets gut durchwachsen und mit Abwechslung durchsät. Wer Refrains sucht, erntet stattdessen eine Abfolge unterschiedlicher Riffs; nur selten tauchen Eingangsriffs im späteren Verlauf der Songs erneut auf.

Trotzdem bleiben die einzelnen Songs kurzweilig. Sie klingen an, drehen auf, klingen ab und rauschen dabei kräftig durch die Gehörgänge, meist ohne Andenken zu hinterlassen. Nett - keine Frage - aber eben kein super Bringer. Die bereits erwähnte grandiose Instrumentalarbeit sei allerdings hochgehalten, hier ruht viel Potential (dass sich vor allem in "Phantom Beasts" entfaltet, definitiv das Aushängeschild des Albums). Es ist vor allem jener Song "Phantom Beasts", den ich allen Lesern mit auf den Weg geben würde und der Band selbst als Wegweiser für kommende Alben nahelegen würde. Enorm herausstechend wird hier das volle Können der Truppe hörbar. Dass mir wenige Vergleiche zu anderen Bands in den Sinn kommen, ist ein weiteres gutes Zeichen. Totenheer sind recht eigenständig und haben scheinbar nirgends abgekupfert. Das astreine Mastering mit dem markant sauberen Sound rundet diesen Eindruck noch ab.

Für eine höhere Punktzahl fehlt mir irgendwie noch der zündende Funke. Ehrlich gesagt kann ich jedoch nicht anführen, wo dabei anzusetzen wäre. Ich bin sicher, dass Totenheer sich mit ihrem Debüt bereits einige Fans machen können, aber um sich einen grösseren, vielleicht internationalen Bekanntheitsgrad zu verschaffen fehlt noch die markante Würze und der definitive Wiedererkennungswert. Es passt bereits alles zusammen - Instrumente, Vocals, Mastering. Da gibt es gar nichts mehr zu rütteln. Jetzt ist es eine Frage des individuellen Songwritings und der Kreation von bleibenden Höreindrücken, die als nächstes auf dem Plan stehen sollte.

Fairerweise sei angemerkt, dass Totenheer es womöglich gar nicht darauf anlegen, sich einen Namen zu verschaffen und "Ohrwürmer" zu produzieren. In dem Fall können die fünf Herren kaum noch etwas verbessern. Für ein Debüt ist das hier jedenfalls ein überaus ordentliches und weit überdurchschnittliches Brett, dass definitiv einer Würdigung bedarf und das sicherlich noch öfter in meinem Player rotieren wird.

Quelle: plugins/system/oyl/redirect.php?oyl=WhKcyAAJVKmZO2HC8EIR2zErixz4SRlN2%2Bq1Hc%2FVZ0A%3D

Weitere Informationen

  • Wertung: 5 von 8 Metalhands
  • Punkte: 10 von 13
  • Herkunft: Schweiz
  • Label: BergStolz
  • Genre: Thrash/Black Metal

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André Müller

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