[Review] Black Autumn - The Advent October

[Review] Black Autumn - The Advent October
08 Jan
2014

VBlack Autumn ist das Projekt von Michael Krall aus dem deutschen Nordrhein-Westfalen. Insofern ich mich soweit aus dem Fenster lehnen darf, würde ich Black Autumn ein bisher nur marginales Dasein in der sogenannten Szene zusprechen. Geläufig ist mir das Projekt aus zwei "In Autumnal Fog"-Samplern. Interessant ist das (für mich) nun deshalb, weil ich den Grossteil der anderen Bands dieser Sampler einer Riege ambitionierter Amateurmusiker zuordne, die teilweise nur vorsintflutliche MySpace-Präsenzen vorweisen können und nicht mal in den Metal Archives aufgeführt werden. Black Autumn spielt schon lange nicht mehr in dieser Liga mit. Auf vier (bei unterschiedlichen Labeln veröffentlichten) Alben bringt es Herr Krall mit diesem Projekt bisher und legt mit "The Advent October" nun eine EP vor.

Krall gehört augenscheinlich zu jenen Personen, denen die unmittelbare Naturerfahrung noch eine weitreichende Inspiration liefern kann. Das geht sowohl direkt aus einem Interview mit ihm bei einem österreichischen Webzine hervor als auch aus den Inhalten seiner Facebookpräsenz. Natur spielt in den Texten des Masterminds jedoch überraschenderweise keine bedeutsame Rolle, zumindest nicht im überromantisierten Sinne. Michael Krall abstrahiert seine Erfahrungen scheinbar.

Viel bekommt der Hörer von den Lyrics jedenfalls nicht mit. Black Autumn zeichnet sich durch seine vielschichtige und geschickt arrangierte Instrumentierung aus, bei der die Vocals zwar eine gleichberechtigt wichtige Rolle spielen, aber weniger verständliche Worte als stimmig-grimmige Atmosphäre transportieren. Das war schon immer so und ist auch auf der vorliegenden EP nicht anders.

Bedrückend - so lässt sich "The Advent October" wohl am passendsten beschreiben. Ist die Welt noch hell und freundlich, scheint sie mit Black Autumn im Ohr düster und grau. M. Krall verwendet erstklassige beklemmende Riffs, um diese entsprechende Stimmung zu erzeugen. Eine konstante Dauerbeschallung durch eine schleppende und tieftönige Leadgitarre trägt ihr übriges dazu bei. Black Autumn führt hier also damit fort, die wunderbare Atmoshpähre der "In Autumnal Fog"-Sampler zu vermitteln und beweist, dass dies auch ohne andere Bands möglich ist. Krall bekennt sich musikalisch nicht zu der Tendenz des modernen urbanen Schwarzmetalls, beweist aber, dass die primordiale Naturerfahrung sich durchaus ins Moderne transzendieren lässt und als Inspiration nicht nur impressionistische Kunst hervorbringen kann, sondern durchaus vielseitige Weiterverarbeitungen zulässt.

Abschliessend bleibt mir nur übrig, mich nochmal zu wiederholen: Wer auf riffstarken, nebelig-mystischen Schwarzmetall im Schlepptempo steht und nicht davor kuscht, Musik nicht nur nebenbei, sondern offenen Geistes zu hören, sollte bei Black Autumn generell mal ein Ohr riskieren. "The Advent October" ist dafür eine gute EP zum Einstieg.

Quelle: plugins/system/oyl/redirect.php?oyl=WcbtkwAAGCqdnuyiDNITMfC7KOeAGURl7sfGGUIFw7Y%3D

Weitere Informationen

  • Wertung: 5 von 8 Metalhands
  • Punkte: 9 von 13
  • Herkunft: Deutschland
  • Label: Bylec Tum
  • Genre: Black/Doom Metal

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André Müller

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