[Review] Ace Frehley - Space Invader

Ace Frehley - Space Invader Ace Frehley - Space Invader
05 Aug
2014

Kiss! Wer kennt sie nicht, die abgedrehte Truppe des Rock N Roll und Glamrock der 70ger mit ihren Gesichts-Bemalungen, den abgedrehten Spacekostümen, den Plateauschuhen und der berüchtigten "langen Zunge". Und unsterblichen Kultklassikern wie beispielsweise "I Was Made For Loving You". Der ehemalige Gitarrero der Truppe, Ace Frehley, wandelt nun zum wiederholten Male auf Solopfaden mit seinem neuen Machwerk "Space Invader". Klingt nach nem Album, dass diese glorreichen Zeiten wiederbeleben soll... in einigen Titeln gelingt das sogar streckenweise.

 

Aber zur Sache. Frehley, der 2009 sein letztes Solowerk veröffentlicht hat, schielt mit diesem Album klar in die gute, alte Zeit des Hard Rock N Roll. Dass er nicht gerade mit dem grössten Sangesorgan ausgestattet ist, ist wohl unbestritten. Genauso unbestreitbar seine Fertigkeiten an der E-Klampfe... die sind über jeden Zweifel erhaben. Und da ist das Album auch am besten, in Momenten wenn die Stimmbänder ruhen und die Saiten ihren Wohlklang anstimmen. Die Solos in den allermeisten Songs sind nur als lecker zu bezeichnen: Klar definiert, knackig und auf den Punkt gespielt. Zudem ist die Produktion mit genug Dampf versehen und Frehley bringt mit seinem ab und an absichtlich schräg gehaltenen Gesang die Räudigkeit in die Stücke ein.

Leider kann die Qualität der Stücke mit der technischen Seite nicht mithalten. Zuviele belanglose, tausendmal gehörte Hooks, stellenweise sogar richtig langweilige Füller "I Wanna Hold You" ziehen den guten ersten Eindruck runter. Mit dem Rausschmeisser "Starship" ist gar ein Totalausfall zu beziffern. Mit sieben Minuten erwartet man bei einem Instrumentalstück (dem einzigen!) ein Feuerwerk an Riffgewalt vom Meister... stattdessen gibts ein überflüssiges Infogebrabbel, dann bis zu Minute drei langweiligstes Akustikgeschrammel, bis endlich ab Minute drei (!) die E-Gitarre kommt... für 50 Sekunden! Danach fällt man - kurz aufgeschreckt - wieder in den Tiefschlaf, bis man in Minute 5 nochmals eine Handvoll Sekunden ein paar belanglose E-Riffs serviert bekommt, bis der Meister am Schluss fragt, ob irgendjemand George Jackson gesehen hat... sorry, aber der Song ist so mies und überflüssig, dass ich es mir nicht verkneifen konnte, ihn so zu sezieren.

Dann gibts noch ein paar gefällige, aber bis auf die E-Klampfe belanglose Songs ("Change", "Toys"), einen gutgemeinten Versuch, ne Halbballade ala Aerosmith zu kreieren ("Immortal Pleasures") und ein paar richtig geile Songs (der Reinbringer "Space Invader", der Rock N Roll Stampfer "What Every Girl Wants", die spacerock-angehauchten "Inside The Vortex" und "Past The Milky Way") und das völlig verkorkste Cover "The Joker". Seltsam: gesanglich am besten ist Frehley, wenn seine Stimme leicht elektronisch verfremdet und mit Hall versehen wird...

Fazit:
Nach fünf Jahren ein leicht überdurchschnittliches Album eines begnadeten Seitenmeisters, aber kompositorisch (stellenweise auch textlich) einfach zu langweilig und altbacken, um wirklich was reissen zu können. Wenns ein Erfolg wird, dann ists dem berühmten Namen und der Vergangenheit zu verdanken.

Weitere Informationen

  • Vö: Freitag, 15 August 2014
  • Wertung: 3 von 8 Metalhands
  • Herkunft: USA
  • Label: Steamhammer (SPV)
  • Genre: Hard/Glam Rock, Rock N Roll

Kannst du auch solch einen Artikel verfassen? Dann bewerbe Dich jetzt und werde noch heute Author auf Metal-FM.com. Hier geht es zum Formular


Harald Bitch

Contact Details:

  • Wohnort:
    Graben-Neudorf
  • Land:
    Germany

Schreibe einen Kommentar

Achten Sie darauf, die erforderlichen Informationen einzugeben (mit Stern * gekennzeichnet).
HTML-Code ist nicht erlaubt.

Reviews

  • [Review] Concrete Eden - Left
    [Review] Concrete Eden - Left Hin und wieder bekommt man Scheiben geschickt die einem das absolute Grauen hervorrufen, schlecht produziert, kein Zusammenspiel usw.! Dann aber gibt es Self Released Alben, die den Großen keineswegs nachstehen, aber es gibt auch die kleinen Bands wie Concrete Eden!
    Schreiben Sie den ersten Kommentar! weiterlesen...
  • Seelensucher - ein Hörbuch von Christian Fink
    Seelensucher - ein Hörbuch von Christian Fink Christian Fink ist eher bekannt als Christian Nachtsucher, Sänger der Band Nachtsucher. Ich habe mir heute das Hörbuch “Seelensucher” von Christian angehört und muss sagen, es fesselt einen so stark, dass man es bis zum Schluss weiter hören muss! Christian hat ja beim Singen schon eine klasse Stimme, aber als Sprecher eines Hörbuches welches er auch selber geschrieben hat ist einfach nur geil. Die Hintergrundmusik von Nachtsucher passt auch sehr gut dazu.
    Schreiben Sie den ersten Kommentar! weiterlesen...
Mehr Metal-, Rock- und Gothic Reviews

Jetzt an den Gewinnspielen und Verlosungen von Metal-FM.com Teilnehmen!!

Netzwerk

freizeitradio 88x31 Das Metal-Newsportal: + + + Die aktuellsten News aus der Szene auf einen Blick + + + stndlich aktualisiert + + + Auch als RSS-Feed abonnierbar + + + Bloggerei.de Poisonous Sounds Verticals Plagiate dieser Website werden automatisiert erfasst und verfolgt. Karl – Heinz Schultze

© 2013 - 2017 by KHS Media & Rundfunk Production & Metal-FM.com. Alle Rechte vorbehalten.

 

Durch Ihre Zustimmung zum Einsatz von Cookies können Sie Ihr Nutzererlebnis dieser Website verbessern!