[Review] Amberian Dawn - Magic Forest (2014)

[Review] Amberian Dawn - Magic Forest (2014)
23 Jun
2014

Circus Black von anno 2012 war schon ne Hausnummer. Weiterentwickelt, nicht mehr gar so sperrig wie die Vorgängeralben, aber auch der letzte Beitrag von der bisherigen Sängerin Heidi Parviainen, die höchstselbst stimmtechnisch eher in Tarja-Gefilden gewildert hat. Kein Wunder, stammen sowohl Heidi als auch Amberian Dawn, um die es hier geht, aus Finnland. Ersetzt wurde Heidi durch Capri fürs nun zu besprechende Album, und da wirds nun auch interessant.

Wir reden hier wie fast schon üblich bei Frauenpower von Symphonic Metal, und genau das kriegen wir bis zum Überdruß geboten. "Magic Forest" heißt das Werk von den Finnen Amberian Dawn, die ihre bisherige Stammsängerin Ende 2012 ersetzen mussten. Dieses Album stellt nun also quasi den Einstand der neuen Frontdame Capri dar. Sie ist nicht nur optisch ein Leckerbissen. Auch akustisch bildet sie eine Weiterentwicklung zu ihrer Vorgängerin. Ihre eher im mittleren Bereich angesiedelte Tonlage unterscheidet sich angenehm von den Trällerelsen, die ansonsten sich gegenseitig das Hohe C streitig zu machen versuchen. Sie klingt, als hätte sie die Power, auch mal die Rockröhre mit rauhem, fast schon räudigem Einschlag zu geben. Auch ist das komplette Album sauber, klar und druckvoll produziert, bietet eingängige, hymnische Stücke zuhauf, und Sperriges sucht man hier vergebens. Der Songwriter versteht es von Album zu Album seine Handschrift zu perfektionieren.

Und genau hier liegt die Krux. Das alles ist schon derart glattgebügelt und abgefeilt, daß nix aber auch gar nix hängenbleibt. Einzig die Ballade "Green-Eyed" vermag herauszustechen, aber auch nur weil der Zuckerguss mit Pathos und Kitschfaktor derart überfrachtet wird, dass einem der Schmalz fluchtartig aus den Ohren trieft. Der Rest der Stücke verharrt im Midtempo bis gemässigten Uptempobereich. "Dance Of Life" überrascht nochmal mit ein paar gelungenen Tempowechseln, und "Memorial" mit dem gelegentlichen Einsatz einer männlichen Stimme. Ansonsten verharrt man zu sehr im "Nummer Sicher" Bereich mit Synthieklang und Bombast zu Lasten erdiger Gitarren.

Fazit: Auch 2014 werden Amberian Dawn nicht zu den Platzhirschen in dieser Metalnische aufschliessen können. Die Sängerin ist optimal gewählt, aber man sollte ihr beim Nachfolger die Chance geben, ihr wahres Potential auszuschöpfen. Auch ist das Songwriting gut, melodiös und eingängig, aber zu glattgebügelt. Auch im Symphonicbereich brauchts gelegentlich Widerhaken als Alleinstellungsmerkmal. Xandria haben es dieser Tage schon besser vorgemacht. Wer auf Frauengesang und Symphonic Metal (so wie ich) steht, sollte dennoch reinhören. Das Album ist trotz dieser Kritik alles andere als schlecht.

Weitere Informationen

  • Vö: Freitag, 27 Juni 2014
  • Wertung: 5 von 8 Metalhands
  • Herkunft: Finnland
  • Label: Napalm Records
  • Genre: Symphonic Metal

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Harald Bitch

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