[Review] 2Black - Mind Infect

Ganz schön traditionell drischt das helvetische Quintett mit seinem ersten Volllängeexkrement durch die Gehörgänge. Mitten ins Gesicht und mit voller Inbrunst schlägt sich "Mind Infect" ins Gehirn und versucht mit Schleifen im Testament-Stil infektiös zu werden. Die bisweilen etwas holprigen Wechsel und die rar gesäte Wiedererkennbarkeit verhindern jedoch den Totalausbruch der Krankheit. Auch die Inkubationszeit ist deutlich länger, als man es von einem derart direkten Dreschwerk erwarten kann. So zünden einige Lieder erst spät, weil ganz einfach das Alleinstehungsmerkmal und ein Spannungsbogen fehlen.

Die ganz gerade Linie fehlt dem Trupp noch etwas. Während Melodische Stampfer wie "Desolation - Desperation" ordentliche Kopfnickqualität beinhalten, stampft der Titelsong mit Volldampf nach vorne. Andere Stücke wie "As Long As We Breathe" vereinen beide Tempi in sequenzieller Folge. "Guilty Angel, Innocent Devil" driftet dann anfänglich in Soli und rockartige Passagen im Stile von frühen Rage ab, bevor die Zündschnur das Dynamit lanciert. Abwechslung ist natürlich stets willkommen. Wenn jedoch dadurch die Wiedererkennbarkeit das Zeitliche segnet, ist das 2Black wenig dienlich. Nur wenige Thrash Metal Truppen, wie Kreator, schaffen den Sprung zwischen Ballade und Hochgeschwindigkeitsgranate und behalten dabei die uneingeschränkte Wiedererkennbarkeit aber auch Exzellenz. Will heissen: Die Trommeln haben zu wenig Varietät und die Gitarren laufen immer wieder in ähnlichen Mustern. Weiter ist dabei einerseits schade, dass die Tonmischung und die Aufnahme der Qualität der Stücke noch etwas hinterher hinken. Andererseits wird das 80er Jahre Image der Truppe dadurch noch weiter gestärkt und könnte durchaus gewollt sein. Konzentration im Stil und Variation in der Technik ist sowie eine Portion mehr Raffinesse in der Produktion lautet also meine Empfehlung.

Alles in Allem ist "Mind Infect" ein sauberes Tonstück. Dem Trupp fehlt es aber noch etwas an Routine und Konstanz, so dass die Unique Selling Proposition noch etwas fehlt. Wer allerdings einfach nur wohltuenden, bodenständigen Thrash Metal hören will, darf gerne zuschlagen.

Quelle: plugins/system/oyl/redirect.php?oyl=WerR2wAN9CXCQhMsqGvXTATASi9FgIynVcX8SZOYWg0%3D

Weitere Informationen

  • Wertung: 3 von 8 Metalhands
  • Punkte: 7 von 13
  • Label: WormHole death
  • Genre: Thrash Metal

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